Das damit verbundene neue Selbstbewusstsein des bürgerlich-protestantischen Rheydt sollte sich auch im Stadtbild manifestieren. So wurde der enge Marktplatz großzügig ausgebaut - und die Pläne für ein repräsentatives Rathaus wurden vorangetrieben. Bei dem im Dezember 1893 ausgeschriebenen Entwurfswettbewerb gingen 73 Arbeiten ein. Am 10. Und 11. April 1894 tagte das Preisgericht. Der erste Preis ging an die Architekten Heinrich Reinhardt und Georg Süßenguth aus Berlin. Den zweiten Preis errang der Berliner Architekt Emil Hagberg. Der dritte Preis ging schließlich an die Architekten Robert Neuhaus und Carl Schauppmeyer aus Köln.
Das Preisgericht empfahl, beim Neubau den Grundriss des ersten Preises mit der äußeren Gestaltung des dritten Preises zu kombinieren. Am 21.September 1894 wurde der neue Entwurf von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Am 12. November 1894 wurde schließlich der erste Spatenstich vollzogen. Ende 1896 war der Bau vollendet. Am 10. Januar 1897 wurde er seiner Bestimmung übergeben. Die Kosten beliefen sich auf 200.000 Mark zuzüglich 50.000 für Einrichtungen und Ausstattung.
Literaturtipp: Kurt Pieper: Rathaus Rheydt 1897 – 1997. In Rheydter Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Heimatkunde, Band 23, 1997. ISBN 3-925256-40-7
